Mehr als Enthusiasmus für Schwarz-Gelb

Mein Sayda: Fußballfans aus der Bergstadt fiebern nicht nur für Dynamo, sondern unterstützen auch ihren Heimatort.

Sayda.

Fußballfans bejubeln ihre Mannschaft euphorisch bei Siegen - sie leiden aber ebenso mit den Kickern, wenn es nicht rundläuft. Deshalb herrscht bei den Anhängern der SG Dynamo Dresden derzeit ziemlich betrübte Stimmung. Der Zweitbundesligist steht kurz vor dem Abstieg und müsste in der nächsten Spielsaison in der 3. Liga antreten - ein Neuanfang stünde bevor. Gerade deswegen halten die 22 Männer des Saydaer Fanclubs ihrem Verein die Treue, wie sie es formulieren. Allerdings sah es im Februar, als die Saydaer das 25-jährige Bestehen ihres Clubs mit einer Ausfahrt nach Pilsen feierten, für die Dynamo-Kicker noch besser aus.

Schon vor 25 Jahren, damals stieg die Mannschaft ebenfalls in die Regionalliga ab, weil sie für die 2. Liga keine Lizenz erhielt, waren Marco Leichsenring, Sylvio Grösel, Jörg Grösel, Rene Grösel und Albrecht Richter schon Dynamo-Fans. Todunglücklich darüber, fassten sie den Entschluss zur Gründung eines Fanclubs. "Wir sind zwar nun alle schon ein wenig älter geworden. Dennoch fahren wir mit unserer gelb-schwarzen Vereinsfahne zu den Heimspielen von Dynamo, waren auch schon zu den Auswärtsspielen in Sandhausen, Hamburg und anderen Stadien Deutschlands", erzählt Marco Leichsenring, der seit 2006 dem Verein vorsteht.

Wenn der Club auch in den letzten Wochen wegen der Corona-Krise nicht seinen Fußballverein anfeuern könne, so hoffen die Saydaer doch, dass in rund acht Wochen wenigstens in ihrer Heimatstadt das Bergfest stattfindet. Da nämlich wollen die Dynamos am Freitag wieder den Bierhänger besetzen. "Sechs bis acht Stunden Bier zapfen, Gläser waschen und zum Schluss auch noch Aufräumen - da sind wir am frühen Sonnabendmorgen schon etwas kaputt. Doch es ist auch für uns ein Erlebnis und macht uns Spaß", sagt Maik Ethner, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins.

"Ich weiß, wenn ich die Mitglieder des Fanclubs wegen unserer Aktivitäten anspreche, kann ich mich auf sie verlassen. In all den Jahren gab es noch nie ein Nein, obwohl alles unentgeltlich ist", erzählt der Vorsitzende des Stadtvereins, Volkmar Herklotz. In einem halben Jahr wartet auch der Weihnachtsmarkt auf die Dynamo-Fans. Der Vorsitzende erzählt von weiteren Aktivitäten. So bastelte der Verein zur 800-Jahr-Feier der Stadt zwei Bilder für den Festumzug, führte Sport-Marathons durch, wovon der Erlös dem Kindergarten und dem damaligen Kirchenförderverein zugute kam.

Seit 13 Jahren führen die Fans jedes Jahr Dartmeisterschaften der Stadt durch. In der Coronazeit spendeten sie für die Fördervereine der Grundschule und des Kindergartens je 50 Euro. "Wir leben gern in unserer Stadt und werden weiterhin das gesellschaftliche Leben unterstützen", sagt Marco Leichsenring.

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