Norddeutsche bauen ihre Schwibbögen in Gelenau auf

Nach Johanngeorgenstadt und Olbernhau hat sich das Depot Pohl-Ströher die Wanderschau mit den Miniaturausgaben von nunmehr fast 70 Ortsschwibbögen gesichert. Das Besondere hier: Heike und Wolfgang Lorentz zeigen auch eine Auswahl ihrer Heimatbögen.

Gelenau.

Keine Präsentation gleicht der anderen. Zum dritten Mal haben Heike und Wolfgang Lorentz aus dem norddeutschen Wedemark ihre Wanderschau "Schwibbögen am Ortseingang" aufgebaut - nach den Ausstellungen im Pferdegöpel Johanngeorgenstadt und im Olbernhauer Museum nun im Gelenauer Depot Pohl-Ströher, wo sie ab dem 27. November gezeigt wird. Der Tatsache geschuldet, dass das Depot wesentlich größer ist als das Museum von Olbernhau, können hier 17 Modelle von Ortsbögen des Erzgebirges mehr bewundert werden. Auch die Art der Aufstellung ist wieder völlig anders: Die Bögen sind faktisch in fast allen Räumen des Depots zu finden und ins sonstige Ausstellungsgeschehen integriert. Außerdem, erklärt Depot-Leiter Michael Schuster: "Wir haben versucht, die Bögen etwas nach den Regionen, wo die Originale stehen, zu ordnen."

Wer schon die Premierenschau in Johanngeorgenstadt besucht hat, wird aber auch etwas Bekanntes entdecken: Pferdegöpel-Vereinschef Harald Teller hat den Gelenauern die gelben Hintergrundbögen als Leihgabe zur Verfügung gestellt. "Ohne diese hätten die Bögen viel weniger Reiz, nicht einmal die Hälfte der Wirkung", ist sich Schuster sicher. In der dritten Etage sorgt bei vielen Bögen eine natürliche Hintergrundbeleuchtung dafür, den Scherenschnittcharakter der Arbeiten hervorzuheben: Sie stehen auf den Fensterbrettern - sowohl im Café als auch im Stülpner- und im Panoramazimmer.

Besonders glücklich sind Heike und Wolfgang Lorentz, dass ihnen in Gelenau ermöglicht wird, auch eine kleine Auswahl ihrer Heimatbögen zu zeigen. Bei denen handelt es sich nicht um Miniaturen real existierender Schwibbögen, sondern um komplett selbst entworfene. Unter anderem haben sie sechs Bögen mit Ansichten von Ortsteilen Wedemarks mitgebracht und auch jenen, mit dem sie bei einer der Stollberger Schauen den 3. Platz holten.

Die Beiden sind glücklich, in dem für sie so beeindruckenden Haus ausstellen zu können. Und Depot-Leiter Schuster ist froh, dass er die Schau in sein Haus holen konnte. Immerhin lockte sie laut Wolfgang Lorentz in Johann'stadt 4500 Besucher an. Ins Olbernhauer Museum und damit auch in die Schwibbogenschau kamen 1273 Gäste, erklärt die dortige Museumsleiterin Katharina Scheithauer. Wegen des Corona-Lockdowns war die Schau, die Anfang März begann, bis Anfang Oktober verlängert worden. Schuster: "Ich hoffe, dass der Ausstellungsbesuch viele animiert, eine Erzgebirgsrundfahrt zu machen." Denn er ist sich sicher, dass viele die meisten der Originale noch nie gesehen oder nicht beachtet haben.

www.schwibbogen-wedemark.de

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