Was ab Montag wieder geht

Seit gut sechs Wochen befindet sich das gesellschaftliche Leben in künstlichem Dornröschenschlaf. Nach und nach erweckt es wieder: Der Tierpark, Museen, Ausstellungen und Bibliotheken öffnen unter Auflagen. Auch Friseurscheren dürfen wieder klappern.

Freiberg.

Sie haben den Tag sehnlich erwartet und sich gründlich vorbereitet: Ab Montag öffnen der Freiberger Tierpark und die Terra mineralia, ab Dienstag auch Stadtbibliothek und Touristinfo ihre Türen aufgrund ausgetüftelter Coronapläne. Wie die aussehen und was die Besucher erwartet, hat "Freie Presse" zusammengetragen.

Tierpark: Ab Montag darf der Tierpark wieder besucht werden. Eintritt und Ausgang ist ausschließlich über den Haupteingang an der Chemnitzer Straße möglich. Im Tierpark dürfen sich Besucher nur auf einem Rundweg im Einbahnstraßensystem bewegen, damit zu nahe Begegnungen auf den teilweise schmalen Wegen vermieden werden. Die Spielplätze im Tierpark dürfen vorerst noch nicht genutzt werden, dies gilt für alle Spielplätze der Stadt, hieß es am Mittwoch.

Terra mineralia: Am Montag willdie weltgrößte Mineraliensammlung mit einem Testbetrieb starten. Vor der terra mineralia und dem Krügerhaus in Freiberg werden Besucher über aktuelle Hinweise informiert. An der Kasse wird ein "Spuckschutz" aufgebaut; Mitarbeiter und Besucher müssen Masken tragen; Besucheranzahl und Verweildauer in der Ausstellung werden limitiert. Zur Steuerung der maximalen Besucherzahl darf nur eine begrenzte Personenanzahl die Ausstellung betreten; die Zeittickets gelten 90 Minuten lang. Ab Montag können diese Tickets spätestens eine Stunde vorab telefonisch an der Infotheke unter 03731 394654 reserviert und 10 bis 15 Minuten vor Eintritt an der Kasse bezahlt werden. Nur wenn der Kassenbereich frei ist, können Tickets direkt erworben werden. Reservierungen haben Vorrang, betont Wiebke Berkel von der terra mineralia. Führungen dürfen derzeit nicht stattfinden, auch das Mitmach-Labor bleibt den Angaben zufolge bis auf Weiteres geschlossen. Audio-Guides stehen den Besuchern aber zur Verfügung.

Für Kinder wurde ein Rätselspiel zum Selbstausfüllen konzipiert. "Das Ferienprogramm zu Himmelfahrt und Pfingsten kann leider nicht stattfinden", bedauert Wiebke Berkel, "da einfach zu viele Menschen erwartet werden. Wir hoffen aber, dass das Ferienprogramm zu den Sommerferien wie gewohnt stattfinden kann."

Freuen können sich Besucher auf die Sonderausstellung zum Thema "Kunstwerk Alpen". Diese wird voraussichtlich ab 11. Mai aufgebaut. Die Ausstellung soll dann bis mindestens bis Anfang November verlängert werden. Mit den Leihgebern sei das bereits abgestimmt, so Berkel. Ob es am Montag einen großen Ansturm geben wird, "lässt sich nicht so einfach voraussagen. Wir hoffen zunächst darauf, dass die Menschen sich wieder vor die Tür trauen und trotz Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen die Ausstellung besuchen", sagt Berkel.

Mensa: Mit dem Beginn einiger Präsenzveranstaltungen an der TU Bergakademie Freiberg bietet die Mensa des Studentenwerkes ab Montag Speisen zum Mitnehmen an. Studierenden und Mitarbeitern stehen mehrere Gerichte zur Auswahl. Los geht es mit Hähnchenschnitzel, Spirelli, Pizza und Schweinegeschnetzeltem. Wer das "Mensa to go"-Angebot nutzen will, kann sich per E-Mail dazu unter der Adresse mensaFG@swf.tu-freiberg.de anmelden, teilt Christian Schröder vom Studentenwerk Freiberg mit. Das gemeinsame Essen in den Speisesälen sei noch untersagt, um Gruppenansammlungen zu vermeiden.

Rathaus und Bürgerhaus: Am Montag gelten wieder die üblichen Öffnungszeiten, allerdings nur nach Terminvereinbarung bei den jeweiligen Fachämtern, um einen vollen Wartebereich zu vermeiden.

Bibliothek:Ab Dienstag öffnet neben der Touristinformation nebst Theaterkasse auch das Kornhaus öffnet zu den gewohnten Öffnungszeiten. Alle zurückgegebenen Medien gehen für drei Tage in Quarantäne und kehren dann in den Bestand zurück. Wer Bücher oder andere Medien zurückgeben will, sollte möglichst die Rückgabebox und das Rückgaberegal nutzen, teilt Anja Fiedler, Leiterin des Amtes für Kultur-Stadt-Marketing, mit. Wer was ausleihen soll, nutzt am besten die Selbstverbucherplätze. Für Hilfe und Fragen stehe das Personal zur Verfügung, heißt es aus dem Rathaus.

Die Besucher müssen Mundschutz tragen, den Mindestabstand von 1,50 Meter einhalten und Geduld mitbringen, da nur eine begrenzte Anzahl Nutzer die Bibliotheksräume nutzen darf. Auf langes Schmökern sollte man daher verzichten und lieber gezielt auswählen, um die Wartezeit kurz zu halten. Da sich die Rückgabefristen automatisch um die Schließzeit verlängert haben und somit nicht alle Medien am ersten Öffnungstag zurückgebracht werden müssen, sei schwer einzuschätzen, wie viele Nutzer am Montag kommen.

Stadt- und Bergbaumuseum: Wann das Freiberger Museum wieder öffnet, will Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) Mitte kommender Woche entscheiden. Große Besuchergruppen wie Schulklassen und Touristen sind noch nicht zu erwarten.

Wenn, dann öffnet das Museum mit reduzierten Öffnungszeiten. Bis auf die Zeitreiseräume können alle Ausstellungsräume besichtigt werden; auch der Museumsshop wird geöffnet. Bereiche "zum Anfassen" wie die Münzprägestation werden jedoch noch nicht freigegeben. Besucher und Mitarbeiter müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen und Abstand halten; Führungen gibt es vorerst nicht. An der Kasse wird ein Spuckschutz aufgebaut; Kasse, Toiletten, Handläufe und Türklinken werden öfter gereinigt und desinfiziert.

Wenn die vierte sächsische Landesausstellung im Juli eröffnet werden kann, wird sich das Stadt- und Bergbaumuseum mit der Sonderausstellung "Vom Gnadengroschen zur Rentenformel" ab Juli 2020 anschließen, so Fiedler.

Was die Nachfrage angeht, "sind wir sehr vorsichtig optimistisch", sagt Fiedler. "Da unsere Hauptklientelen - Schüler, Jugendliche und Touristen - aktuell fehlen, wünschen wir uns, dass die Freiberger ihr Museum besuchen." Je nach Wetter, werde der Ansturm im Museum, am Anfang voraussichtlich ausbleiben, schätzt sie.

Geschlossen bleiben darüber hinaus die Sporthallen, das Johannisbad, das Stadtarchiv und die Nikolaikirche. Auch die Mittagsmusiken an den Silbermann-Orgeln der Freiberger Petri- und Jakobikirche starten nicht vor Juni. Der Start der Reihe hänge von der weiteren Entwicklung der Coronapandemie ab und soll in der zweiten Maihälfte entschieden werden, heißt es von der Gottfried-Silbermann-Gesellschaft.


So arbeiten Friseure wieder

Unter strengen Auflagen dürfen Friseure wieder ihrem Handwerk nachgehen. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege hat Schutzstandards für Friseursalons festgelegt.

Claudia Werzner, Inhaberin des Salons "Der Haarladen" in der Gerberpassage, hat "Freie Presse" gezeigt, wie sie ab Montag arbeitet. "Wir freuen uns natürlich, das wir endlich wieder unter Einhaltung der hygienischen Vorschriften unsere Kunden bedienen können", sagt sie. "Wir sind gut vorbereitet, der Kassenbereich hat einen Glasscheibe, wir arbeiten mit Mundschutz und Latexhandschuhen. Der Trockenhaarschnitt ist an Corona gestorben. Jeder Kunde bekommt zuerst die Haare gewaschen, wobei die Becken mit einer Schutzscheibe getrennt sind. Der Kunde bekommt einen Einwegmundschutz vor Nase und Mund befestigt. Kunden, die zu zeitig zum Termin erscheinen, werden gebeten, außerhalb des Salons mit vorgegebenem Sicherheitsabstand zu warten, Kinder dürfen nur in Begleitung einer Person erscheinen. Im Eingangsbereich steht Desinfektionsmittel. Jeder Kunde wird mit einem Lächeln unter dem Mundschutz von uns begrüßt".

Dienstleistungen wie Wimpernfärben, Rasieren oder Bartpflege sind vorerst nicht erlaubt. (mer)

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