Zickezacke, zickezacke

Hier steht, was wirklich wichtig ist. Heute: Kreuz und quer durchs Freiberger Häusermeer

Kommt einer in einen Laden und sagt: "Ich hätte gerne ein Geduldsspiel, aber zack-zack!" Oder, wie der Freiberger sagt: "Aber zick-zack!" Denn diesen Samstag startet es wieder, das zackige Fahrradrennen quer durch die Stadt. Manche behaupten auch, es wäre ein zickiges Fahrradrennen (wahrscheinlich, weil sich deutlich mehr Männer als Frauen angemeldet haben). Ob nun zick oder zack, vielen macht es offenbar Spaß, durch die Stadt zu flitzen, zu würfeln oder Aufgaben zu lösen und dabei Pneuros zu verdienen. Auf die muss man wenigstens keine Steuern zahlen und im Gegensatz zu echtem Geld stinken sie auch nicht.

Beim Fahrrad-Zick-Zack sind echte Freiberger im Vorteil. Denn sie haben viel Übung. In der Freiberger Altstadt muss man ja so manchen Zickzack laufen, weil die Geschäfte so unterschiedliche Öffnungszeiten haben. Manchmal jedoch aus verständlichen Gründen. So schloss die Inhaberin der "Brillen Bar" am Obermarkt am Donnerstagvormittag ihren Laden, weil direkt davor die NPD lauthals Wahlkampf betrieb. Vielleicht hätte man den Herrschaften von der NPD aber auch eine Brille schenken sollen, damit sie endlich mal klarsehen.


Jedenfalls sind auch Fußgänger manchmal im Zickzack unterwegs - doch Vorsicht. An manchen Ampeln haben sie ja nicht einmal eine Chance, rechtzeitig rüberzukommen, wenn sie zum schnurgeraden Sprint ansetzen.

Hoffentlich verfahren sich die Freiberger Radsportler nicht und landen aus Versehen in Chemnitz. Das wäre schlecht, denn in der Großstadt hat man das Prinzip des Radfahrens noch nicht verstanden: Dort treten die Radler auf der Stelle. Jedenfalls beim Fahrradkino. Per Pedale erzeugen sie Strom für eine Filmvorführung. Vielleicht sollte man alle Windkraftgegner mal für einen Tag in den Sattel setzen und an einen Generator anschließen. Danach würden sich viele wohl freiwillig ein Windrad in den Garten setzen lassen.

Natürlich soll es auch Menschen geben, denen das Strampeln nichts ausmacht. Zum Beispiel Clemens Lucke, Freiberger Petrikantor. Zackig, aber nicht zickig fuhr er 223 Kilometer auf dem Fahrrad von Schneeberg nach Dresden, um für die bevorstehenden Silbermann-Tage Werbung zu machen. Ein thematisch passendes Instrument schleppte er aber nicht mit.

Nicht nur für Fahrräder, auch für die etwas dickeren Zweiräder gibt es neuerdings ein Zick-Zack-Rennen. Veranstaltet wird es vom Verlag MairDumont, der die bekannten Marco-Polo-Reiseführer herausgibt. In einem solchen pries der Verlag das Bikerschloss Augustusburg über der Zschopau an, druckte aber ein Bild von Schloss Augustusburg in Brühl. Frei nach dem Motto: Rheinland oder Erzgebirge - Hauptsache Italien. Der Motorrad-Zick-Zack geht also so: Ein Biker liest den Reiseführer und macht sich auf nach Brühl, um dort zu erfahren, dass es auf keinen Fall eine Motorrad-Rallye durch den Schlosspark gibt. Und auch keine Motorrad-Ausstellung. Daraufhin biegt er ab in Richtung Erzgebirge und wird für seine Mühen mit vielen Pneuros entlohnt. Zickezacke, zickezacke, hoi, hoi, hoi!

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