Bockauer Schnitzer ziehen in neues Domizil

Weil die Gemeinde für ihr altes Quartier neue Pläne hat, hieß es für die Holzkünstler vor kurzem: Sachen packen.

Bockau.

Guter Rat ist teuer gewesen, als die Bockauer Schnitzer in der zweiten Januar-Woche das endgültige Aus von der Bockauer Gemeinde bekommen haben, was ihr Domizil in der ehemaligen Grundschule angeht. Für das Gebäude ist ein Seniorenwohnpark geplant. Die Schnitzer mussten ihr "Schnitzerheim" deshalb verlassen und sind im Ort umgezogen - und zwar zur Miete in das Gebäude an der Hauptstraße 4. Durch die zentralere Lage, quasi mitten in der Stadt, verspricht man sich, als Anlaufpunkt besser frequentiert zu sein.

"Bis auf Kleinigkeiten haben wir alles mitgenommen", sagt Yves Reißig, der Kassenwart ist im Verein. Im neuen Domizil wurde dann Laminat verlegt und etwa die Lampen erneuert. Was man noch im Blick hat, ist der Einbau einer Heizung, sagt der 45-jährige CNC-Fräser: "Aktuell haben wir einen Nachtspeicherofen, der aufgrund der Strompreise nicht gerade preiswert ist." Geplant ist, dass die Räumlichkeiten dieses Jahr fertiggestellt werden.

In den Ferien will man Laubsägearbeiten für die Kinder anbieten, auch ein Schnitzlehrgang für Interessierte steht auf der Agenda. Beim Pyramide-Anschieben sollen die Türen offen stehen und man will sich präsentieren. Doch zwischenzeitlich stand das auf der Kippe - der Corona-Krise wegen. Der Verein ist erst neu gegründet und plötzlich stand alles. Im Hintergrund sorgte man dennoch dafür, dass der Laden am Laufen gehalten wurde. Man kümmerte sich um Förderungen, sprach mit Sponsoren. "Wir tragen uns über unsere eigenen Mittel mehr oder weniger. Müssen Miete und Nebenkosten stemmen", erklärt Reißig.

Inzwischen können sich die Schnitzer wieder treffen, immer freitags ab 17 Uhr. Im Verein zählt man zwölf Erwachsene, darunter eine Frau. Bei den Kindern und Jugendlichen sind es derzeit zwei Mädchen, drei Jungs und ein weiteres Kind, das erst einmal reinschnuppert hat.

Yves Reißig selbst hat schon als Kind gern mit Holz gearbeitet und hat von seinem Großvater viel gelernt. 1995 im Juni ist er dann zur Schnitzgruppe Bockau gestoßen, das war vor 25 Jahren.

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