Drei junge Nachwuchsmimen steuern in Richtung Schatzinsel

Die dritte und damit letzte Premiere des diesjährigen Sommers steht an den Greifensteinen an. Und das wird für drei Jungs aus dem Erzgebirge ein echtes Abenteuer.

Ehrenfriedersdorf.

Er ist mit seinen neun Jahren zwar der Jüngste im Trio - aber der Erfahrenste, was das Spiel auf der Bühne betrifft: der neunjährige Tim Blutner aus Auerbach. Zusammen mit dem zwölfjährigen Quentin Seiler aus Marienberg und dem 13-jährigen Jakob Lohschmidt aus Ehrenfriedersdorf war er im Frühjahr dieses Jahres für ein besonderes Abenteuer ausgewählt worden: Abwechselnd werden die drei Jungen in dem Familienmusical "Die Schatzinsel", das am morgigen Sonntag auf der Freilichtbühne an den Greifensteinen seine Premiere erlebt, die Rolle des Jim Hawkins spielen. Des Jungen, der den geheimnisumwitterten Schatz des Captain Flint findet.

Tim hat schon öfters in Inszenierungen des Eduard-von-Winterstein-Theaters in Annaberg-Buchholz mitgewirkt - unter anderem in den beiden Operetten "Der Zigeunerbaron" und "Gräfin Mariza" sowie in der Oper "Tosca". Und er kennt das heimische Theater auch so schon ziemlich gut, denn sowohl der Papa als auch sein großer Bruder gehörten beziehungsweise gehören zu den regelmäßigen Akteuren auf der Bühne. So ist sein großer Bruder auch bei den Abenteuern auf der Schatzinsel dabei. Aufregung - insbesondere vor der morgigen Premiere - spürt Tim Blutner aber dennoch, gesteht der Grundschüler aus Auerbach.

Anders als bei dem zwölfjährigen Quentin. Zumindest versichert der Schüler aus der Oberschule "Heinrich von Trebra" in Marienberg, dass die Aufregung bei ihm "überschaubar" ist. Und das, obwohl es seine erste richtige Theaterrolle ist. Auch bei dem 13-jährigen Jakob Lohschmidt hat sich die Aufregung bei den reichlich einmonatigen Proben noch in Grenzen gehalten. Aber zur Premiere am Sonntag wird sie schon da sein, ist er überzeugt. Auch für ihn ist das Gastspiel in dem Musical der erste Kontakt mit der Bühne des Theaters. "Ich wollte das mal ausprobieren", sagt er. Ansonsten kenne er das Theater, habe auch schon Vorstellungen besucht. Selbst mitzuwirken sei aber anstrengender als erwartet. "Wir haben fast jeden Tag Probe. Da bleibt kaum Zeit für etwas anderes", bedauert der Schüler der Evangelischen Schulgemeinschaft Erzgebirge in Annaberg-Buchholz. Deshalb verneint er momentan auch eher die Frage, ob er so ein Experiment noch einmal starten würde.

Einig sind sich die drei jungen Darsteller, dass das Textlernen nicht die größte Herausforderung darstellt. "Das kommt bei den Proben von ganz allein", sagen sie. Und zusätzlich wird zu Hause geübt - mit den Playbacks, die ihnen Dieter Klug als musikalischer Leiter der Inszenierung eigens angefertigt hat. Viel schwieriger sei es beispielsweise, in bestimmten Szenen nur dazustehen und weder mitzusingen noch mitzutanzen. "Das ist echt schwer." Dafür sind sie aber bei den nachfolgenden Vorstellungen, in denen sie jeweils im Einsatz sind, vom nun wieder beginnenden Schulunterricht befreit. Und das gefällt ihnen natürlich an ihrem diesjährigen Sommerabenteuer. Dabei wird jeder von ihnen zweimal auf der Bühne stehen.


Eine fantastische Reise für kleine und große Abenteurer

Im Edinburgh des Jahres 1870 träumt der junge Louis Stevenson schon lange davon, aus der spießigen Enge der viktorianischen Welt auszubrechen und Schriftsteller zu werden. Als er schon kurz davor ist, seinen Kindheitstraum zu begraben, begegnet er der Amerikanerin Fanny Osbourne und deren kleinem Sohn Lloyd. Hals über Kopf verliebt sich Louis in die faszinierende und selbstbewusste Fanny und auch zwischen Louis und Fannys Sohn Lloyd entsteht eine enge Freundschaft. Ermutigt und inspiriert von Fannys Liebe beginnt Louis, eine Piratengeschichte zu schreiben, die einmal die Welt erobern wird: "Die Schatzinsel". Und es beginnt eine fantastische Reise, die im "Admiral Benbow" ihren Anfang nimmt und mit Kapitän Smollett und seiner zwielichtigen Besatzung zu der Insel führt, auf der der berüchtigte Captain Flint vor seinem Tod einen Schatz vergraben haben soll. Eine Reise, an deren Ende die Gewissheit steht, dass der einzige Schatz, den es sich zu finden lohnt, die Freiheit ist.

Die musikalische Leitung der letzten Neuinszenierung dieses Sommers an den Greifensteinen liegt in den Händen von Dieter Klug. Das Bühnenbild hat Tilo Staudte entworfen, die Kostüme Annabel von Berlichingen. Die Choreografien stammen von Sigrun Kressmann. In dem Piratenstück wirken unter anderen Jana Burkert, Kerstin Maus, Marie Luis Kießling, Leander de Marel, Nick Körber, Jason Lee, Maximilian Nowka, Jason-Nandor Tomory und László Varga mit.

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