Lehrer leitet Deutsch-Verein

Dietmar Bender ist der neue Regionalgruppenleiter des Vereins Deutsche Sprache. Er geht lieber zu einem Treffen statt zum Meeting.

Auerbach/Plauen.

Dietmar Bender aus Auerbach liebt seine Muttersprache. Deutsch. Deshalb engagiert er sich im Verein Deutsche Sprache (VDS), einer weltweit agierenden Organisation mit 35.000 Mitgliedern. Die 32 Mitglieder starke Regionalgruppe, zu der alle Orte mit der Postleitzahl 08 am Anfang gehören, war nach dem Tod der früheren Leiterin ein paar Monate verwaist. "Weil ich mich engagieren wollte, habe ich mich bereit erklärt, aktiv mitzuarbeiten", erklärt der 29-jährige Grundschullehrer, der neben Deutsch auch Mathematik, Sachkunde und Ethik unterrichtet. Seit ein paar Tagen ist er Regionalleiter. Auch sein Stellvertreter, Oliver Schädlich (34), wohnt in Auerbach.

Der junge Familienvater ist gern im Netz unterwegs, dreht Videos für den Verein und stolpert im Alltag überall über Anglizismen. Dass englische Begriffe aus der deutschen Sprache nicht mehr wegzudenken sind, ist dem neuen Regionalgruppenleiter bewusst. Er plädiert allerdings für einen kritischen Umgang: "Ich bin dafür, dass wir zu unserer Sprache stehen und dass wir neue Begriffe nicht unreflektiert übernehmen." Die Schönheit und Verständlichkeit von Sprache leide unter den vielen Fremdwörtern.


Was sei häufig das Resultat? "Englische Begriffe ersetzen die deutschen." Typisches Beispiel: "Statt Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu schreiben, heißt es plötzlich Members, weil es im Englischen diese Geschlechterunterscheidung nicht gibt." Vor allem dann, wenn gleichwertige deutsche Begriffe zur Verfügung stehen, plädiert Bender dafür, diese auch zu verwenden: "Warum wird zu einem Meeting eingeladen? Genausogut können dafür doch Wörter wie Treffen, Sitzung, Zusammenkunft oder Konferenz stehen."

Bender möchte sich dafür einsetzen, dass alle Menschen ihre Muttersprache verstehen. Ältere, die kein Englisch können, scheitern oft an der Lesbarkeit von Texten und Kinder, die unreflektiert englische Begriffe verwenden, können diese weder korrekt schreiben, noch kennen sie die genaue Bedeutung oder noch schlimmer: "Wenn ich Babykleidung für meinen knapp zweijährigen Sohn kaufen möchte, stehen dort nur englische Wörter drauf."

Als Grundschullehrer hat Bender an seiner Lengenfelder Schule also ein weites Feld gefunden, um auf sein Anliegen aufmerksam zu machen. Seit fünf Jahren arbeitet er dort als einziger Mann in einem Frauenkollektiv. Er ist der sprichwörtliche Hahn im Korb. Bewusst hat er sich für den von Frauen dominierten Beruf entschieden, denn er findet, Grundschüler brauchen auch männliche Ansprechpartner.

Am 8. November will sich die Gruppe in Oelsnitz treffen, um zu besprechen, welche Initiativen für die Zukunft denkbar sind. Ideen gibt es viele: "Wir können Plakatwerbung machen, Infostände gestalten, witzige Kampagnen starten oder Sprachpreise für verdiente Leute ausloben. Es kommt darauf an, wie viel Zeit der Einzelne investieren kann", blickt Bender voraus.

Kontakt zur Regionalgruppe Im Internet findet man unter www.vds-ev.de Informationen über den Verein. Telefonisch ist Dietmar Bender unter folgender Rufnummer erreichbar: 03744 214336.

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