Wechselburger pflanzen besondere Bäume im Park

Bei der Gestaltung der Grünanlage um das Schloss mischen viele Parteien mit. Alle Ansprüche auf einen Nenner zu bringen, ist nicht einfach.

Wechselburg.

Die grünen Lungen einer Gemeinde - Parkanlagen und Grünflächen - sollen den Menschen zur Erholung dienen und Ausgleich von der alltäglichen Hektik bieten. Der Wechselburger Schlosspark im Englischen Stil ist ein solcher Ort.

Die denkmal- und naturgeschützte Anlage liegt vielen Anwohnern am Herzen: Kürzlich haben vier Bürger für den Schlosspark Bäume gespendet. Nun stehen eine junge Hemmlochtanne, ein Feldahornbaum, eine Birke und eine Platane in einem Wert von 600 Euro in der grünen Oase.

Angestoßen hat das der Wechselburger Wegewart, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Der Rentner pflegt die Wanderwege, die die Parkanlage umringen. Als Wegewart und Wechselburger sei ihm die Grünanlage wichtig, aber lange habe sich dort nichts getan, sagt er. Nach Stürmen waren Bäume umgefallen oder mussten entfernt werden.

"Wenn Bäume umstürzen, müssen sie auch ersetzt werden", so die Meinung des Wegewarts. Aber das sei nicht der Fall.

Zuständig für den Park sind drei Parteien: ein kleiner Teil gehört dem Landkreis Mittelsachsen, einer der Gemeinde und rund 13 Hektar sind im Besitz der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt (Lanu) mit Sitz in Dresden. An jene Stiftung habe er sich mit seinem Anliegen mehrmals gewandt, sagt der Wegewart. "Aber die Genehmigungen für das Setzen neuer Bäume brauchen Zeit, war die Antwort", so der Rentner. Auch die Pflege der Anlage erfolge nicht regelmäßig, kritisiert er. Den Antrag zum Setzen neuer Bäume habe er zu Beginn des Jahres selbst bei der Unteren Naturschutzbehörde eingereicht.

Andrea Gößl, Pressesprecherin der Sächsischen Landesstiftung, hat Verständnis für die Ungeduld der Wechselburger. Für die Pflege der Fläche habe die Lanu bereits eine neue Landschaftsgärtnerei beauftragt, so Andrea Gößl. Aber auch die Stiftung könne ihre Vorhaben nur Schritt für Schritt umsetzen. "Wir sind auf Spenden und auch auf das Engagement der Bürger vor Ort angewiesen", so Sprecherin Andrea Gößl.

41 Flächen, vorrangig Streuobstwiesen und ehemalige Tagebaugelände, besitze die Stiftung insgesamt. "Der Wechselburger Park ist eine Art Pilotprojekt, da hier aufgrund der alten Bauwerke Natur- und Denkmalschutz zusammenkommen", erklärt Gößl. "Uns ist wichtig, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern den Park zu entwickeln und eine Akzeptanz für die verschiedenen Schutzbemühungen zu erreichen."

Die Zustimmung für die Anpflanzung neuer Bäume hat die Landesstiftung nun seitens der Unteren Naturschutzbehörde erhalten, sodass die Stiftung mithilfe der Sponsoren und der Gemeinde vier sogenannte Solitärbäume pflanzen konnten. Als Solitärpflanzen bezeichnet man im Garten- und Landschaftsbau solche, die entweder frei stehen und allein durch sich selbst wirken, oder solche, die sich von den umstehenden Pflanzen optisch stark unterscheiden - meist durch besondere Höhe, Blattfärbung oder Blattform. Im März kommenden Jahres will die Stiftung an den Bäumen noch Hinweistafeln anbringen lassen.

Dass der Schlosspark nun um vier Bäume reicher ist, freut auch Bürgermeisterin Renate Naumann (CDU). "So engagierte Bürger in der Gemeinde zu wissen, finde ich großartig", sagt die Gemeindechefin.

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