Überraschung mit Musik und Bier zum 85. Geburtstag

Dieter Nüßler hatte eigentlich keine großen Pläne zu seinem Ehrentag. Freunde und Familie allerdings schon.

Oelsnitz.

Am Oelsnitzer Höhlholzplatz erschallte am Sonntagnachmittag Blasmusik. Zum 85. Geburtstag von Dieter Nüßler waren Musiker des Bergmusikkorps "Glück Auf" Oelsnitz angerückt und spielten rund 45 Minuten lang. Dabei konnte der Senior viele Familienmitglieder im Orchester sehen und hören. Sohn Tilo leitet das Bergmusikkorps seit rund 30 Jahren. Die Enkel Martin und David spielen mit. Soloeinlagen gab es von Urenkel Axel mit Saxophon und Urenkelin Luna, die als Sängerin glänzte. "Das ist eine richtige Überraschung.

Eigentlich war keine große Feier geplant", sagt Dieter Nüßler, der sich während der musikalischen Stippvisite ein besonderes Bier schmecken ließ. Astrid Peiker, Chefin der Glückauf-Brauerei im benachbarten Gersdorf, hatte noch für eine weitere Überraschung gesorgt. Sie lieferte zwei Paletten einer Sonderabfüllung mit extra gestaltetem Etikett. "Hausband 270" hat sie das Bier genannt, das anlässlich des 130-jährigen Bestehens des Bergmusikkorps und des 140. Brauerei-Geburtstages abgefüllt wurde. Auf dem Etikett sind neben Astrid Peiker auch Tilo Nüßler sowie seine Söhne David und Martin in Bergmannskluft zu sehen. Alle Musiker konnten sich am Sonntag einen Kasten des Bieres mitnehmen. "Wir machen ja nun schon seit 30 Jahren sehr viel zusammen", erzählt Astrid Peiker. Eigentlich sollten die Jubiläen von Bergmusikkorps und Brauerei in diesem Jahr auch bei der Veranstaltung zum "Tag des deutschen Bieres" und zum Brauereifest gemeinsam gefeiert werden, doch wegen der Corona-Pandemie fielen sie so wie unzählige andere Feste aus.

Für die Brauerei ist das ein schwerer Schlag, der zu erheblichen Umsatzeinbußen und Kurzarbeit für die Mitarbeiter führte. Deshalb sind die Stärkung des eigenen Betriebsverkaufes und kreative Ideen gefragt. Sonderabfüllungen mit Spezialetikett gehören dazu. Ab einer Menge von zwei Paletten, also 80 Kästen, lässt sich so etwas laut Astrid Peiker realisieren. "Die vielen abgesagten Veranstaltungen werden wir aber nicht ausgleichen können", sagt die Geschäftsführerin der kleinen Privatbrauerei.

Auch Tilo Nüßler musste dieses Jahr viele Auftritte streichen. Geprobt werden kann aufgrund der Abstandsregeln auch nicht richtig, deshalb entstand eine neue Idee. "Anstelle der Proben spielen wir jetzt immer mittwochs vor Pflegeheimen in der Region. Da sind wir bis in den Juli hinein ausgebucht", sagt der 59-Jährige, der froh ist, dass das Bergmusikkorps keine großen Fixkosten hat und sich so in der Krisenzeit zumindest keine finanziellen Sorgen machen muss.

Sorgen macht sich auch Dieter Nüßler nicht. Die Musik zum Geburtstag gefiel ihn richtig gut. Selbst war er aber nie aktiv im Bergmusikkorps aktiv. "Ich bin völlig unmusikalisch", verriet er. Mit unterwegs war er dennoch sehr viel. Denn lange Zeit fungierte er bei den Paraden und anderen Auftritten als Fahnenträger des Ensembles.

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