GK Software schließt ihre Kindertagesstätte in Schöneck

Nach Angaben des Unternehmens lehnte das Landratsamt eine Aufnahme der Einrichtung in den Bedarfsplan des Vogtlandkreises ab. Vorstandschef Rainer Gläß zeigt sich persönlich enttäuscht.

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11 Kommentare

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    12.11.2019

    Wenn man diesen Artikel liest und keine weiteren Hintergrundinformationen hat, fragt man sich: Wie konnte das passieren?

    Ein sehr großes, wirtschaftlich erfolgreiches vogtländisches Unternehmen will seiner Verantwortung für Mitarbeiter, deren Familien und die Heimatregion gerecht werden und bietet einen attraktiven Service für Kleinkinder an. Eine Aufnahme in den Kita-Bedarfsplan ist zwar nicht zwingend notwendig. Der Wunsch nach Erlangung der staatlichen Förderung, den alle anderen Kindergärten auch erhalten, ist aber völlig nachvollziehbar, zumal auch Kinder betreut werden, deren Eltern nicht im Betrieb arbeiten.

    Warum wird von den Verantwortlichen nicht erkannt, dass die Entscheidung nicht nur den dort betreuten Kindern schadet, sondern damit auch ein Modellprojekt zerstört wird, welches man sich viel häufiger wünschen würde? Hat man versucht, sich vorzustellen, wie diese Entscheidung bei dem Unternehmen aufgefasst wird? Könnte man das als Affront gegen das einheimische Unternehmen werten? Ist die Kommunikation der politisch Verantwortlichen zur Unternehmensleitung derart gestört, dass nicht von Anfang an im Konsens eine Lösung geschaffen werden konnte?

    Der Kita-Bedarfsplan wird vom Landratsamt erarbeitet und dann vom Jugendhilfeausschuss des Kreistags beraten und beschlossen. An der Entscheidung waren also auch gewählte Kreisräte und Vertreter von Verbänden und Organisationen der Jugendhilfe beteiligt. Wenn dieser Beschluss dort mehrheitlich oder vielleicht sogar einstimmig getroffen wurde, muss der Frust auf GK ziemlich groß sein. Woran könnte das liegen?

    Zum Thema vorhandene Kapazitäten in kommunalen Kitas: Ca. 80 % der Betriebskosten in Kindertagesstätten machen die Personalkosten aus. Personal wird laut Gesetz nur soviel vorgehalten und bezahlt, wie Kinder betreut werden. Wenn Plätze im Kindergarten nicht belegt sind, ist das nicht so schlimm, weil sich der zusätzliche finanzielle Aufwand für den Träger dadurch in Grenzen hält. Außerdem kann es nicht schaden, wenn eine gewisse Aufnahmekapazität vorhanden ist, um bei Bedarf schnell Kinder aufnehmen zu können.