Jugendsportspiele mit Wermutstropfen

Bei der Chemnitzer Nachwuchsveranstaltung hat am Wochenende der Großteil der Wettkämpfe stattgefunden. Dabei erfüllten sich nicht alle Hoffnungen. Nachfolgend ein Streifzug durch fünf Sportarten.

Schwimmen: Noch bevor am Samstagvormittag in der Schwimmhalle am Südring der erste Startschuss ertönte, machte das Wort "Wahnsinn" die Runde. Das Thermometer in der Halle zeigte bereits 33 Grad an. "Dazu kommt die sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Deshalb kann es in den nächsten Stunden nur heißen: Trinken, trinken, trinken", sagte Wettkampfleiter Steffen Uhlich vom Schwimmclub Chemnitz. Die Sonne knallte erbarmungslos aufs Dach und ließ die Wettkampfstätte zur Sauna werden. "Das ist hier immer so. Ich vermute, dass die Lüftung nicht funktioniert", ergänzte Uhlich, der 92 Sportler aus vier Gemeinschaften begrüßen konnte. "Das ist viel zu wenig, liegt aber auch daran, dass die Vereine mit Wettkämpfen übersättigt sind", erklärte der Trainer und Chef des Talente-Stützpunktes im Sport- forum. Die Veranstaltung am Samstag hatte reinen Wettkampfcharakter. "Die Teilnehmer müssen ein gewisses Leistungsniveau haben", hob Uhlich hervor. Für seinen Verein war das Wochenende im doppelten Sinne stressig, denn im Sport- forum richtete der Schwimmclub zudem ein Nachwuchs-Wasserballturnier mit mehr als einem Dutzend Teams aus.

Tischtennis: Angenehmer temperiert war die Sporthalle an der Irkutsker Straße in Kappel, wo es beim Tischtennis zur Sache ging. Allerdings hätte sich Mike Grünberg, Vorsitzender des ausrichtenden Stadtverbandes Chemnitz, mehr Resonanz gewünscht. "26 Jungen sind dabei, aber nur zwei Mädchen, was mich sehr ärgert. In den Vorjahren waren deutlich mehr Spielerinnen am Start", sagte Grünberg. Grundsätzlich fehle es an weiblichem Nachwuchs in der Stadt mit deren 21 Tischtennisvereinen. "In 16 davon gibt es keine Kinder oder Jugendlichen. Die Bereitschaft, Nachwuchs zu trainieren, hat nachgelassen", bedauerte Grünberg. Für einen neuen Schub will der BSC Rapid sorgen, der seine Halle am Samstag für die Jugendspiele zur Verfügung stellte: Am 29. Februar und 1. März kommenden Jahres richten die Kappler um Abteilungsleiter Thomas Neubert in der Hartmannhalle zum dritten Mal die Deutschen Meisterschaften im Tischtennis aus. "Jeweils 32 Damen und Herren werden dazu in Chemnitz antreten", kündigte Neubert an.

Leichtathletik: Unter Regie des LAC Erdgas hatten bereits am Donnerstag die Leichtathletikwettkämpfe stattgefunden. Wegen der Bauarbeiten im Stadion wurde der Großteil der Disziplinen in der Mehrzweckhalle des Sportforums ausgetragen - mit enttäuschender Resonanz, wie LAC-Nachwuchs-Chef Thomas Seifert berichtete. "Etwa 100 Kinder und Jugendliche waren da. Das ist alles andere als zufriedenstellend", sagte Seifert. Was ihn zusätzlich ärgerte: "Die ältesten Teilnehmer waren 13 Jahre alt. In den Altersklassen darüber ist gar niemand am Start gewesen." Dabei habe man die Veranstaltung im Gegensatz zu den Vorjahren extra auf einen Werktag gelegt, um mehr Starter anzulocken. Doch die an die Schulen versendeten Ausschreibungen fanden kaum Widerhall. Ein Lob des LAC-Nachwuchsleiters ging an die Albert-Einstein-Grundschule, die wie so oft viel Engagement gezeigt und 20 Mädchen und Jungen zu den Wettbewerben geschickt habe.

Hockey: Sportspiele XXL hat die Hockeyabteilung von Post Chemnitz angeboten - in Form eines dreitägigen Trainingslagers mit Übernachtung in Flöha. "Wir hatten 56 Kinder und Jugendliche aus unserem Verein hier. Es ging nicht nur um Hockey", berichtete Nachwuchstrainer Christian Groß. So konnten die Teilnehmer auch Normen für das Deutsche Sport- abzeichen erfüllen. "Zudem haben wir eine Minigolf-Meisterschaft mit Hockeyschlägern veranstaltet. Wichtig war, Spiel und Spaß zu verbinden", ergänzte Groß. Es sei gut, "mal aus Chemnitz rauszukommen und etwas anderes als unseren Trainingsplatz im Sportforum zu sehen". Als Coach bringt Christian Groß im Übrigen viele praktische Erfahrungen mit: Er hat 16 Jahre lang in der Hockey-Männermannschaft von Post gespielt.

Triathlon: Mit den Wettkämpfen vom Wochenende sind die Kinder- und Jugendspiele noch nicht vorbei. Eine in Chemnitz mittlerweile selten ausgeübte Sportart ist am nächsten Samstag an der Reihe: Im Sportforum steht Triathlon auf dem Programm. "Wir rechnen mit etwa 50 Mädchen und Jungen", sagte Hendrik Schmidl, Abteilungsleiter des ausrichtenden SC Chemnitz. Er hofft, noch ein paar Mitstreiter für den Wettkampf zu finden. Beim Triathlon sei das besonders schwierig. "Die Sportart wird hier bei uns noch nicht so lange betrieben wie in den Altbundesländern. Deshalb fehlen die Eltern und Großeltern von Sportlern, die früher selbst aktiv waren und jetzt mithelfen würden", erklärte Schmidl. Der Triathlon am Samstag im Sportforum sei wahrscheinlich der einzige, der in diesem Jahr in Chemnitz stattfindet. Seitens der Ausrichter wird darauf hin- gewiesen, dass für die Radstrecke ein verkehrssicheres Rad sowie ein Helm mitzubringen sind. Bedenken, dass sich die Starter bei den drei Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen überanstrengen könnten, seien unbegründet. "Die Strecken sind kindgerecht und dementsprechend kurz", so Schmidl.

Informationen zu den Kinder- und Jugendsportspielen gibt es auch im Netz unter www.sportbund-chemnitz.de

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