Mit Frauenpower über den Rochlitzer Berg

Anja Schwulst aus Penig erkundet erstmals als Georangerin den Rochlitzer Berg. Das Besondere dabei: Die Führung richtet sich an das weibliche Geschlecht.

Penig/Rochlitz.

Am Samstag auf dem Rochlitzer Berg geht es los. Dann startet Anja Schwulst ihre erste eigene Tour als Gästeführerin für den Nationalen Geopark Porphyrland. Ein bisschen Aufregung ist selbstverständlich dabei, sagt die 52-Jährige Penigerin. Aber Anja Schwulst hat sich gut vorbereitet. "Ich bin die Route bereits gemeinsam mit Freundinnen und Kolleginnen gewandert. Da gab es neben Lob auch mal Kritik, das war schon hilfreich", sagt die Georangerin.

Die zeitaufwendige Ausbildung hat Schwulst im Januar dieses Jahres begonnen und trotz der Pandemie erfolgreich im Juni abschließen können. Fast jeden zweiten Samstag hat die Penigerin mit 16 weiteren Nachwuchsrangern, darunter sieben Frauen, ihr Wissen erweitert. "Dabei ging es nicht nur um Fachwissen, sondern auch um Gruppenführung, Organisation und Kulturgeschichte", erklärt sie.

Ganz fremd sind ihr die Themenbereiche rund um den Nationalen Geopark nicht, denn die 52-Jährige ist Geografielehrerin. "Es macht mir sehr viel Spaß, mit Schülern Exkursionen durchzuführen. Leider kommt das inzwischen aufgrund des großen organisatorischen Aufwands seltener vor." So hat sich Anja Schwulst neue Herausforderungen gesucht, wie sie sagt. Als Teil der Abschlussprüfung hat Schwulst auch eine Hausarbeit schreiben müssen, in der sie eine eigene individuelle Führung erstellte - sie hat sich für eine "Frauentour" entschieden.

"Wenn ich mit Frauen meiner Sportgruppe oder mit Freundinnen etwas unternehme, läuft es häufig auf Wellness oder Kaffeetrinken hinaus. Ich glaube, es geht auch anders." Ihre gut zweistündige Tour über den Rochlitzer Berg beinhaltet Wissenswertes über Gesteine und die darin enthaltenen Mineralien. Auch Ideen zur häuslichen Dekoration mit Naturmaterialien kommen nicht zu kurz. "Wie oft kaufen wir uns Deko-Utensilien und werfen sie danach in den Müll? In der Natur lassen sich viele interessante Objekte finden, aus denen man ganz individuelle Deko-Stücke anfertigen kann", erklärt Schwulst, die zudem ausgebildete Kreativpädagogin ist.

Auch kulturgeschichtlich hat sich die frisch gebackene Georangerin über Frauen kundig gemacht, die mit der Region rund um den Rochlitzer Berg verbunden sind, sagt sie. Von wem die Kunigundenkirche ihren Namen hat und was es mit dem Begriff "Prinz Lieschen" auf sich hat, das weiß Anja Schwulst mittlerweile; und auch, ob es im Mittelalter schon Schönheitschirurgie gab.

Auf genau dieses individuelle Wissen der inzwischen 22 aktiven Georanger setzt das Team des Nationalen Geoparks Porphyrland, verrät Mitarbeiterin Rebbecca Heinze. "Wir haben als Geopark einen klaren Bildungsauftrag und informieren über die geologische Beschaffenheit, Archäologie, aber auch Baukunst und Kulturgeschichte der Region." Dabei unterstützen Gästeführer aus ganz verschiedenen Bereichen das Team, um die gesamte Bandbreite abzudecken. Restauratoren, Bergbauingenieure, Steinmetze und Lehrer sind unter den Gästeführern. Die Ausbildung wird durch das europäische Leader-Programm gefördert. "Jedes Jahr erhalten die Gästeführer mindestens zwei Weiterbildungen", ergänzt Rebecca Heinze.

Die Frauentour "Wandern und Wundern" mit Anja Schwulst auf dem Rochlitzer Berg beginnt am 8. August, 10 Uhr und kostet 8 Euro. Um Anmeldung wird gebeten. Informationen dazu in der Rochlitzer Tourist-Information unter Ruf 03737 7836620.

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