Uwe Reißmann: Diese Heuchelei kann ich nicht ertragen

Gegen seinen Willen muss der Polizeipräsident von Chemnitz in Rente gehen. Und das ausgerechnet zu einer Zeit, wo Sachsen mit zehn Prozent mehr Gehalt langgediente Polizeibeamte überzeugen will, ihren Ruhestand um bis zu drei Jahre hinauszuschieben. Uwe Reißmann, der stets Loyale, darf das nicht.

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6Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 7
    1
    diklu
    19.06.2018

    Es liegt mir fern, die Differenzen zwischen Herrn Reißmann und seinen Vorgesetzten zu kommentieren. Bezug nehmen möchte ich lediglich auf seine individuelle Verarbeitung der nunmehr entstandenen persönlichen Situation.

    Offenbar befürchtet Herr Reißmann, in Folge seines erzwungenen Ausscheidens aus dem Dienstalltag Schaden zu nehmen - ja schlimmstenfalls psychisch oder gar physisch zu kollabieren. Es gibt in der Tat Menschen, die das so empfinden. Demgegenüber kann ich solcherlei Ängste überhaupt nicht nachvollziehen. Ganz im Gegenteil - ich würde mich riesig freuen, stünde mir eine derartige Option wie Herrn Reißmann offen, d.h. endlich den psychischen Belastungen des Erwerbslebens zu entrinnen, und zwar ohne nachfolgende finanzielle Probleme. Denn ich gehe davon aus, dass Herr Reißmann auf Grund seiner hohen Dienststellung berechtigterweise Altersbezüge erhält, die ein Abgleiten in die Verarmung per se ausschließen. Man kann sich doch als "Ruheständler" schier endlos vielen Themen und Projekten sowohl geistig-theoretischer als auch körperlich-praktischer Art zuwenden, um die Freude am Leben nicht nur zu erhalten, sondern sogar signifikant zu steigern. Dazu bedarf es aus meiner Sicht keiner Einbindung in ein Arbeits- oder Dienstverhältnis - also mithin keiner Fremdsteuerung. Die Prämisse besteht "nur" in einer hinreichenden sozialen Absicherung. Ich beispielsweise befinde mich derzeit im 60. Lebensjahr und muss - im Unterschied zu Herrn Reißmann - mit der Deutschen Rentenversicherung um jedes Hundertstel eines Entgeltpunktes feilschen, weil meine Rente eines Tages höchstwahrscheinlich an oder unterhalb der Armutsgrenze liegen wird, bedingt durch jahrzehntelange Niedrigentlohnung in der ostdeutschen Wirtschaft und Nichtanerkennung der Jahre akademischer Ausbildung unter rententechnischem Aspekt.

  • 8
    2
    VaterinSorge
    17.06.2018

    ich weiß, dass wir Herrn PP Reißmann wirklich viel an Sicherheit, Erfahrungen und vor allem gesunden Menschenverstand zu verdanken haben. In seinem Einsatzbereich haben Polizeibeamte so viel Rückendeckung, Weiterbildungs- und Fortbildungskurse und vorbildliche Menschenführungsqualitäten, dass man den hiesigen Polizisten und Polizistinnen mehr Vertrauen und Respekt zollt, als in irgendeinem anderen Gebiet. Das menschliche Miteinander, für öffentliche Ordnung und hohe Sicherheit trotz mangelnder Technik und fehlendem Personal, das rechne ich ihm und der Führung hoch an. Ich würde und werde mich persönlich dafür einsetzen, dass er beratend in allen sächsischen Polizeipräsidien tätig bleiben darf und würde ihn gern als sächsischen Ehrenbürger nominieren. Herz und Verstand vor Demokratiewahn, politischer Starrheit oder blindem Aktionismus aus Karrieregründen.

  • 8
    0
    Einspruch
    16.06.2018

    Hoffentlich kommt jetzt keine politisch korrekte, die sich noch ihre Sporen verdienen muss und den Quatsch der Politiker ohne Wiederspruch ausführt.
    Dann wird Chemnitz demnächst auch No Go Area.

  • 22
    2
    Steuerzahler
    16.06.2018

    Sachlich, kompetent und persönlich zurückhaltend, das sind eben Eigenschaften, die in der Politik wenig Ansehen genießen. Ich persönlich hoffe, dass die Füße der Nachfolgerin in die großen Fußstapfen des Vorgängers passen und die Berufung aus Gründen der Kompetenz erfolgt. Herrn Reißmann wünsche ich einen gelungenen Übergang in ein erholsames Pensionärsleben!

  • 31
    2
    Hankman
    16.06.2018

    Es ist interessant, einmal zu lesen, was bei der Polizei so hinter den Kulissen passiert. Sehr schade, dass man im Innenministerium glaubt, auf einen solchen Beamten verzichten zu können. Herr Reißmann hat meinen vollen Respekt - für seine langjährige Arbeit in Sachsen, aber auch dafür, wie er sich hier äußert. Für den Ruhestand hätte ich eine Idee: Vielleicht kann Herr Reißmann sein Wissen und seine Erfahrung nutzen, um Krimi-Autoren, -Regisseure und Medien aller Art zu beraten, wann immer sie Fragen zur Polizeiarbeit haben. Das wäre sicher sehr nützlich.

  • 30
    2
    vomdorf
    16.06.2018

    Ich persönlich wünsche Herrn Reißmann, dass er dennoch seinen Ruhestand genießen kann und dass denen in Dresden so ein Umgang mit ?Untergebenen? gehörig auf die Füße fällt.