Klassik statt Kraftklub

Warum die Abneigung des Ministerpräsidenten die Chemnitzer Band nicht jucken wird

"Mmmmmmhhhh", sprach Michael Kretschmer, als er in der MDR-Sendung "Riverboat" gefragt wurde, was er denn für Musik höre. "Mmmmmmhhhh", sagte der Ministerpräsident also: "Ich bin eigentlich so ein Klassiktyp." Das war ein erster dezenter Hinweis darauf, welcher Musik der Regierungschef lauscht. Bei einem Bürgergespräch am Montagabend gab er nun ein Stückchen mehr über seine musikalischen Sympathien - beziehungsweise Antipathien - preis.

Eigentlich wollte Kretschmer zum Thema Rechtsextremismus Stellung nehmen. Er erzählte von der Kundgebung am 1. Mai in Chemnitz, als auch gegen eine Veranstaltung von Rechtsextremen demonstriert wurde: "Ich bin da ein Stück mitgelaufen. Aber als dann dieses Konzert von dieser unmöglichen linken Band begonnen hat, war ich nicht mehr mit dabei. Weil ich mit denen auch nix zu tun haben will." Er meinte Kraftklub, die damals ein Gratiskonzert spielten. Um seine Abneigung deutlich zu machen, verwies Kretschmer auf eines der Bandmitglieder, das später am 1. Mai noch Mülltonnen in Brand gesteckt haben soll. Sein Fazit: "Rechtsextremismus bekämpft man nicht mit linken Chaoten."

Kraftklub wird die Kritik von Kretschmer kaum kümmern. Die Band verkaufte bisher mehr als 650.000 Platten. Zudem hat sie eine klare Haltung gegenüber Kritikern. Wie singt sie schließlich in einem ihrer ersten Songs: "Kritik ist auch okay, doch denk daran, wir wissen, wo dein Auto steht!"

22 Kommentare

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  • 5
    5
    Freigeist14
    06.06.2018

    Sagte Herr Kretschmer nicht auch : "Mit der Monotonie und dem Yeah,Yeah ,Yeah und wie das Alles heißt,ja sollte man doch Schluß machen ." ?

  • 6
    5
    Hankman
    06.06.2018

    Ich habe es Herrn Kretschmer hoch angerechnet, dass er am 1. Mai in Chemnitz war und Flagge gezeigt hat. Aber seine Aussage zu der "unmöglichen linken Band" finde ich einfach nur putzig. Irgendwie altväterlich. Es gibt halt Menschen, die schon in jungen Jahren ziemlich alt sind.