Rotation holt wieder Schwung

Die Weißenborner Handballerinnen bereiten sich bereits auf die neue Saison vor. Mit der alten Spielzeit war der Trainer sehr zufrieden - auch wenn beim Abbruch nur Platz 8 in der Tabelle zu Buche stand.

Weißenborn.

Wann sie das letzte Mal einen Ball in der Hand gehalten hat, daran kann sich Sophie Zeller fast nicht mehr erinnern. "Das ist ja ewig her", sagt die Rückraumspielerin der Weißenborner Handballerinnen und schmunzelt. Am 7.März standen die Rotation-Damen das letzte Mal in der Sachsenliga gegen den BSV Sachsen Zwickau II auf dem Parkett, danach wurde die Saison vom Coronavirus gestoppt. "Wir hatten danach noch einmal trainiert, ehe nichts mehr ging."

Zwei Monate konnten sich Weißenborns Handballerinnen wie die meisten anderen Sportler nur individuell fit halten, jetzt holen sie wieder gemeinsam Schwung. "Schön, die Mädels endlich wieder zu sehen und zumindest in kleinen Gruppen zu trainieren", sagt Sophie Zeller. Zweimal pro Woche arbeiten die Rotation-Damen derzeit auf dem Weißenborner Sportplatz schon an den Grundlagen für die neue Saison. Auf die vergangenen Wochen hätte die 26-Jährige liebend gern verzichtet. "Allein Joggen macht nicht wirklich Spaß", so die treffsichere Rechtshänderin, die sich auch in dieser Saison wieder auf Platz 1 der Torschützenliste warf: Mit 150 Treffern in 17Spielen (8,82 pro Spiel) ließ sie Vivian Dressel (HSV Marienberg/ 135) und Stefanie Stolle (Zwickau II/ 129) klar hinter sich.

Er sei stolz darauf, so eine Spielerin im Team zu haben, sagt Rotation-Trainer David Dehn. "Sie hat nie aufgehört, hungrig zu sein." Dabei sei Sophie nicht nur der persönliche, sondern vor allem auch der Erfolg der Mannschaft wichtig, lobt Dehn. Mit der Abschlusstabelle sei sie jedoch weniger glücklich, sagt Sophie Zeller. Mit 18:16 Punkten stand der SV Rotation zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs nur auf Platz 8 unter den 12 Teams der Sachsenliga. "Da haben wir richtig Pech gehabt", so die Torschützin vom Dienst. Zum einen gab es im letzten Spiel vor dem Abbruch gegen Zwickau II eine bittere 25:29-Heimniederlage, andererseits fielen die Partien gegen die Tabellennachbarn sowie die beiden Schlusslichter der Corona-Krise zum Opfer. Damit wird die erneut starke Saison des Vorjahresdritten, der als einziges Team zum Beispiel bei Meister HC Leipzig II gewann (25:23) und auch Oberliga-Absteiger SC Hoyerswerda 26:22 bezwang, nicht ins richtige Licht gesetzt.

David Dehn zieht dennoch eine positive Bilanz. "Wir haben erneut gezeigt, dass wir in dieser Liga mehr als nur mithalten können", sagt der 33-Jährige, der die Rotation-Damen im Sommer 2017 als Trainer übernahm. Die Mannschaft habe unterstrichen, dass sie in der höchsten sächsischen Liga absolut dazugehöre. Zweiter wichtiger Erfolg der kurzen Spielzeit sei, "dass wir erneut einige junge Spielerinnen integrieren konnten", freut sich der Rotation-Coach. Tatjana Ployer, Lucie Walther und Enya Lehnert hätten sich in ihrer ersten Saison im Damenbereich "richtig gemausert".

Inzwischen ist der Blick aber auf die neue Saison gerichtet. Grund- lagenausdauer sowie Krafttraining stehen auf dem Plan der zwei wöchentlichen Trainingseinheiten - "alles mit Abstand und in kleinen Gruppen", so der Übungsleiter. Zwar wäre inzwischen auch Hallentraining wieder möglich, doch die Rotation-Damen bleiben zunächst im Freien. "Wir nutzen das schöne Wetter", so Dehn. Alle seien mit viel Elan dabei. In den vergangenen Wochen sei es dagegen nicht so einfach gewesen, die Mädels bei Laune zu halten: "Wir mussten uns einiges einfallen lassen." Mit unterhaltsamen Workouts wurde aber auch die lange Zwangspause gut überbrückt.

Im Sommer wollen die Weißenborner Damen nochmals eine Trainingspause einlegen. Spätestens Ende Juli/Anfang August werden die Zügel aber wieder angezogen, kündigt Dehn an. Der Startschuss für die Saison 2020/21 soll - wenn alles planmäßig verläuft - am 12./13. September mit der 1. Runde im Sachsenpokal fallen. Eine Woche später starten die Punktspiele, so der Rotation-Trainer. Nicht mehr dabei ist neben Meister und Aufsteiger HC Leipzig II auch der HSV Mölkau; aus der Verbandsliga steigen die SG Klotzsche und der TuS Leipzig-Mockau in die Sachsenliga auf. Sein erfolgreiches Team bleibe dabei zu 95 Prozent zusammen, freut sich David Dehn. "Und wir haben zudem eine echte Verstärkung im Blick."

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